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Reformierte Kirchgemeinde Vinelz-Lüscherz

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Aktuelles
Berichte, Bilder und Hintergrundinformationen zu aktuellen oder geplanten Ereignissen in unserer Kirchgemeinde

 

DonaldRaoulHaslerBBAAn der Kirchgemeindeversammlung am 21. Juni 2017 stellte sich

unser neuer Pfarrer Donald Hasler
der Bevölkerung vor.
Alle, die an diesem Abend nicht im Gemeindesaal in Lüscherz anwesend waren, können im folgenden Interview mehr erfahren:
 
Lieber Donald Hasler, was verbindet Sie mit dem Seeland?
Mit dem Seeland verbindet mich sehr viel. Ich bin in Port bei Biel aufgewachsen, habe in Nidau und Biel die Schulen besucht und in Bern und z.T. dann auch in Berlin (wo es auch einen See gibt)  Theologie studiert. Ich fühle mich im Seeland heimisch, nicht nur weil ich hier aufgewachsen bin, sondern weil ich während 7 Jahren in Ligerz als Pfarrer tätig sein durfte und ich ebenfalls meine Freizeit gerne am und auf dem Wasser verbringe.
 
In welchen Regionen der Schweiz waren Sie als Pfarrer tätig?
Meine erste Pfarrstelle habe ich in Valendas und Sagogn, zwei kleinen Dörfern in Graubünden angetreten. Das war ein steiler aber schöner Einstieg ins Pfarramt. Dort lernte ich die Bergbevölkerung kennen und schätzen und habe natürlich die romanische Sprache erlernt, die einem das Herz dieser Menschen geöffnet hat. An diese Zeit habe ich sehr viele schöne, eindrückliche Erinnerungen. Danach war ich zu 40% als theologischer Mitarbeiter des Synodalrates in Bern tätig und übernahm gleichzeitig das Gemeindepfarramt des Winzerdorfs Ligerz am Bielersee. Im Rückblick muss ich gestehen, dass diese Zeit sehr reich befrachtet war. Meine Kinder waren damals noch klein. Sie fühlen sich nach wie vor mit Ligerz und dem Bielersee verbunden. Vieles fiel in der Kirchgemeinde an und in Bern waren interessante Geschäfte vorzubereiten unter anderem Fragen zur Homosexualität, oder die Frage, was die Kirche von einer Sekte unterscheide. In der letzteren Frage konnte ich mich mit dem damaligen Synodalrat nicht ganz einigen, deshalb ging ich nochmals nach Graubünden, diesmal ins Engadin nach Zuoz und Madulain, S-chanf und Cinuos-chel, wo ich noch das ladinische romanische Idiom erlernte, um mich mit den Einheimischen in ihrer  Muttersprache unterhalten zu können. Schliesslich kam ich nach einiger Zeit zurück ins Unterland, in die Uhrenstadt Grenchen. Hier war ich in den letzten 12 Jahren tätig und lernte nochmals einen ganz anderen Menschenschlag kennen. Industrie und Geschäftswelt spielten hier eine wichtige Rolle. Nun freue ich mich riesig zusammen mit meiner Partnerin, Sylvia Stampfli, nach Vinelz und Lüscherz, wieder an den Bielersee zu kommen. 
 
Was fasziniert Sie an Ihrem Beruf?
Das Privileg, sich von Berufs wegen mit den zentralen und wesentlichsten Fragen des Menschseins auseinanderzusetzen zu dürfen. Zudem darf ich als Pfarrer Menschen in vielen Lebensübergängen begleiten: Am Lebensanfang aber auch am Lebensende, beim Übergang ins Erwachsenenalter, bei grosssen Entscheidungen wie einer Hochzeit aber auch in seelsorgerlichen und sozialen Fragen suchen Menschen Rat und Hilfe. Hier etwas beizutragen, finde ich eine der schönsten Aufgaben, die es gibt.
 
Warum passt der christliche Glaube noch in unsere heutige Zeit?
Ich denke, die Grundfragen der Menschen sind weltweit, in den meisten Kulturen und Religionen immer wieder dieselben. Woher kommen wir? – Wohin gehen wir? – Was ist das Ziel unseres Lebens? Gibt es verschiedene Zwischenziele? Weshalb leben wir so, wie wir leben? – Ist es sinnvoll Nächstenliebe zu üben? Hat mein Leben, meine Arbeit, mein Streben einen Sinn? Was ist Glück? All diese Fragen treiben uns Menschen um und werden wieder und wieder in vielfältigen Varianten gestellt. Der christliche Glaube hat Antworten auf diese Fragen, die weiter helfen, die mich persönlich überzeugen und die Menschen weiterführen und sie zu selbstständigen und selber denkenden Wesen werden lassen. Darum ist meines Erachtens der christliche Glaube von zentraler Bedeutung.
 
Was würden Sie unternehmen, um die Kirche attraktiver zu machen?
Diese Frage wird oft gestellt. Natürlich ist es schön, wenn viele Menschen den Gottesdienst besuchen oder sich zu kirchlichen Aktivitäten einfinden. Wenn allerdings der Gottesdienst nicht aus sich heraus attraktiv ist, nützt es meines Erachtens wenig, ihn mit allerlei Zusatzaktivitäten attraktiv machen zu wollen. Ich finde, der christliche Glaube birgt viele Schätze in sich. Wenn wir uns dessen wieder etwas mehr bewusst werden, die Schatzschatulle öffnen und die Schätze herausnehmen, wird sich die Attraktivität ganz von selbst einstellen. Denn die meisten Menschen merken sehr schnell, was echte Schätze sind und was nur oberflächlich glänzt. 
 
Haben Sie einen Wunsch / Vision für die Gemeinden Vinelz und Lüscherz?
Ich möchte die Menschen von Vinelz und Lüscherz kennen lernen und gemeinsam mit Ihnen die Schätze, die in Ihren Herzen verborgen sind, entdecken und uns daran erfreuen. Ich möchte mit Jung und Alt auf dem Weg sein, um die Kirche so weiterzubauen, dass sie für viele Menschen ein Stück Heimat und zu Hause werden kann.
 
Was machen Sie gerne in Ihrer Freizeit?
Ich bin sehr gerne am Wasser oder segelnd auf dem Wasser, zudem singe und musiziere ich sehr gerne oder wandere zusammen mit meinen Kindern oder meiner Partnerin gerne durch den Jura.
Das Interview führte Carina Bleif im August mit Pfr. D. Hasler